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Vorbereitung zur Herdsanierung

Die Herd- und Störfeldbelastungen sind die Starter degenerativer Erkrankungen. Leider werden die schwerwiegenden Auswirkungen der chronischen Irritationsbelastungen häufig erst in einem Stadium wahrgenommen, oder als Organkrankheit diagnostiziert, in dem die chronische Vergiftung des Körpers schon sehr weit fortgeschritten ist.

Vor der Sanierung dieser Belastungen müssen folgende Systeme vorbereitend trainiert und an die Zunahme des Energieflusses gewöhnt werden:

  • Regulationssystem
  • Immunsystem
  • Ausscheidungsorgane

Regulationstherapien

Es werden Regulationstherapien mit Nogier-Pulsreflex ausgetesteten biologischen Medikamenten durchgeführt, welche die Ausscheidung anregen, Ausscheidungsorgane unterstützen und das Immunsystem kontrolliert aktivieren. Der Umfang dieser Vorbehandlungen ergibt sich aus der Einschätzung der Regulationsfähgkeit.

Regulatiosnblockierende und das Immunsystem blockierede Therpiemaßnahmen wie Antibiotika, Kortison, etc. sind zu vermeiden:

Nebenwirkungen immunsystemblockierender Medikamente:

"Obwohl immer mehr Studien die Erkenntnisse der Evolutionsmediziner eindrucksvoll untermauern, finden sie im modernen Medizinbetrieb noch zu wenig Beachtung. Ganz im Gegenteil. Ärzte doktern oft bloß an Symptomen herum, die eigentlich zu vermeiden gewesen wären. "Ob Plattfüße, Schlaganfall oder Osteoporose - wir erfinden Einlagen, Operationen und Pillen, um mit diesen Erkrankungen leben zu können", sagt Harvard-Professor Lieberman. "Dadurch entfernt sich unsere Kultur aber nur noch weiter von jener Lebensweise, für die unser Körper gemacht ist. Ich nenne das: Miss-Evolution."

Die Umwelt in den Industriestaaten passt nicht zur Natur des Menschen - diese wachsende Unstimmigkeit ist einer der wesentlichen Gründe für die explodierenden Ausgaben des Krankheitssystems: Rund 253 Milliarden Euro haben die Deutschen dafür allein im Jahr 2007 ausgegeben - mehr als zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Dabei müssen gerade die häufigsten und teuersten Leiden gar nicht sein. Alles in allem wären wohl 70 Prozent der gesamten Krankheitslast zu vermeiden, wenn die Leute sich stärker auf die evolutionären Bedürfnisse von Leib und Seele besännen. Beispiel Diabetes Typ 2: Mehr als 90 Prozent aller Erkrankungen werden durch einen Lebenswandel ausgelöst, für den des Menschen Körper nun einmal nicht evolviert ist: Zum widernatürlichen Bewegungsmangel kommt eine Ernährung voller Industriezucker.

Den brüllenden Hunger der Steinzeit wünscht sich niemand zurück und auch nicht die seinerzeit so erschreckend hohe Sterblichkeitsrate. Antibiotika und Geburtszange, pasteurisierte Milch und Konservendosen, Heizungen und Roboter sind ein Segen. Die heutigen Menschen leben

länger als ihre Vorfahren. Und doch: "Die Menschen hätten erheblich mehr gesunde und glückliche Jahre", sagt der Mediziner Ganten, "wenn sie jeden Tag ausgedehnte Wanderungen unternähmen."

Auf den Touren könnten sie getrost auch einmal aufs Schuhwerk verzichten. Es schützt zwar vor Schnittverletzungen, hat aber eine überraschende Nebenwirkung, so eine Studie unter 2300 Kindern in Indien: Jene Mädchen und Jungen, die immer barfuß liefen, hatten nur in 2,8 Prozent der Fälle Plattfüße. Unter jungen Schuhträgern dagegen watschelten 13,2 Prozent. Die Schuhe hatten Muskeln ihrer Füße verkümmern lassen, unterfordert sanken die Fußrücken nach unten.

Doch wer heute mit nackten Füßen los will, gilt als Infektionsherd. "In meinem Fitness-Studio ist es deshalb verboten, die Laufbänder ohne Schuhe zu benutzen", klagt Lieberman.

Dann also im Freien barfuß laufen - was noch einen weiteren Vorzug haben kann: nämlich den, sich einen Hakenwurm einzufangen. Die in warmen Ländern auf dem Boden herumlungernden Larven bohren sich durch die Haut und lassen sich mit dem Blutstrom in die Lunge spülen, von wo aus sie in die Bronchien gelangen. Der infizierte Mensch hustet die Larven in den Mund, schluckt den Schleim und transportiert die Parasiten auf diese Weise an den Ort ihrer Bestimmung: in den Darm, wo sie zu Würmern heranreifen und Blut an den Zotten saugen.

Das klingt nach blankem Horror - und doch kann zumindest ein milder Wurmbefall gut für die Gesundheit sein. In armen Ländern ist es bis heute die Regel, besiedelt zu sein. Milliarden Erdenbürger teilen ihren Körper mit Haken-, Spul-, Peitschen- und Madenwürmern - und leiden im Unterschied zu den steril abgeschirmten Einwohnern der Industriestaaten äußerst selten an allergischen Erkrankungen.

Eine Studie aus Gabun legt einen direkten Zusammenhang nahe. Tropenmediziner behandelten dortige Kinder mit Anti-Wurm-Mitteln. Doch als die Parasiten verschwanden, stiegen die Fälle der allergischen Reaktionen gegen Hausstaubmilben.

Mensch und Wurm sind im Laufe der Evolution eine innige Beziehung eingegangen. Die Parasiten geben Signalstoffe ab, dämpfen mit ihnen das Immunsystem des Menschen und können deshalb in dessen Körper überleben. Wird den Würmern nun durch Medikamente der Garaus gemacht, verschwindet mit ihnen dieser zügelnde Einfluss. Das Immunsystem kennt dann oftmals kein Halten mehr - und attackiert sogar das Gewebe des eigenen Körpers: Asthma, Heuschnupfen, entzündliches Darmleiden, Multiple Sklerose und weitere Autoimmunerkrankungen können die Folge sein.

"Viele, viele tausend Jahre lang hatten Menschen eine bestimmte Lebensweise. Voriges Jahrhundert hat sich das plötzlich geändert", sagt Joel Weinstock, 61, ein Facharzt für Magen- und Darmkrankheiten am Tufts New England Medical Center in Boston. "Und einige dieser Änderungen machen uns anfällig für Krankheiten. Die immunologischen Leiden sind eindrückliche Beispiele dafür."

Weinstock hält ein kleines Glas voller Formalin ans Licht: Darin treibt ein weißer Faden, etwa einen Zentimeter lang: Trichuris suis, ein Peitschenwurm, der im Darm von Schweinen lebt. Das Geschöpf befällt auch Menschen, kann sich in deren Eingeweiden jedoch nicht dauerhaft einnisten; genau deshalb hat Doktor Weinstock das Würmchen zur Behandlung von Patienten auserkoren.

Für eine Studie hat er 29 Menschen ausgewählt, die an der chronischen Darmentzündung Morbus Crohn erkrankt waren. Tapfer tranken die Testpersonen alle drei Wochen einen Trunk, der jeweils 2500 winzig kleine Wurmeier enthielt. Aber es war die Sache wert: Bei immerhin 72 Prozent der Probanden waren die Symptome nach fünf Monaten merklich gelindert.

Obwohl die Wurmkur noch nicht ausgereift ist, bestürmen Patienten aus der ganzen Welt Weinstock, wie sie an die Eier kommen können. "Jeden Tag erhalte ich E-Mails", sagt er. "Eine war von der Familie eines Kindes, dem ein Teil des Darms entfernt werden soll."

Viele der verzweifelten Patienten wissen mehr als ihre Hausärzte. Von denen haben die meisten noch nie etwas von der evolutionären Rolle der Würmer gehört und merzen sie reflexartig aus.

Detlev Ganten in Berlin sieht gewaltigen Nachholbedarf. "In der Ausbildung der Mediziner spielt die Evolutionsmedizin leider bisher noch überhaupt keine Rolle", klagt er. "Dabei sollte die evolutionäre Perspektive das Denken eines jeden Arztes beeinflussen.""

Quelle: Spiegel 09/2009

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